Jahresempfang der Lebensmittelindustrie

Hersteller wollen Wissen über Lebensmittel fördern

Jahresempfang der Lebensmittelindustrie: Hersteller wollen Wissen über Lebensmittel fördern

Die Lebensmittelindustrie Österreich  ist eine der größten Branchen . Die rund 200 Unternehmen mit ihren 26.000 Beschäftigten erwirtschafteten im Jahr 2015 ein Produktionsvolumen von 8 Mrd. €. Über 60 % davon werden in 180 Länder rund um den Globus exportiert.

 „Immer besser, gesünder, effizienter“? - unter diesem Motto lud die österreichische Lebensmittelindustrie zu ihrem 15. Jahresempfang. Im Fokus dieser Veranstaltung standen das Ideal des perfekten Menschen, die Rolle der Ernährung sowie die Verantwortung des Einzelnen für seinen Lebensstil. Rund 300 Spitzenvertreter aus Wirtschaft und Politik sowie Partner entlang der gesamten Lebensmittelkette waren der Einladung des Fachverbands in die Aula der Wissenschaften in Wien gefolgt.

„Lebensmittel gelten gleichermaßen als Allheilmittel und Sündenbock. Täglich schießen neue Zwänge für unsere Branche aus dem Boden – von Werbe- oder Verkaufsverboten über Zuckersteuern bis zur geforderten Reformulierung von Produkten auf EU-Ebene.“ Marihart, Fachverbandsobmann sieht die Zeit reif für einen neuen Zugang: „Wir brauchen Wissen statt Ideologie. Nicht einzelne Lebensmittel machen krank, sondern eine unausgewogene Ernährung, wenig Bewegung, Stress oder Veranlagung.“ Das Angebot an sicheren heimischen Lebensmitteln ist heute so vielfältig wie nie zuvor.  Marihart ist überzeugt, dass wir für einen gesunden Lebensstil keine neuen Lebensmittel benötigen. Sondern zielgerechte Bildung, damit  wieder Selbstverantwortung übernommen werden kann!

Auch für Gesundheitsministerin Dr. Sabine Oberhauser, MAS ist die Information der Konsumenten ein wesentlicher Schlüssel. Man muss über Information und Bildung das Verhalten der Verbraucher  beeinflussen. Oberhauser sprach sich für eine Allianz der Vernunft aus und regte einen verstärkten Dialog zwischen den an der Lebensmittelkette Beteiligten, der Wissenschaft und der Politik an.

Der Philosoph, Konrad Paul Liessmann kritisierte das Ideal der Verbesserung des Menschen um jeden Preis. Unter dem Titel „Der perfekte Mensch und seine Grenzen“ spannte er einen Bogen von der Ernährung bis zur Cybermedizin. Der Körper werde trainiert und modelliert, „richtiges“ Essen, leistungssteigernde Nahrungsergänzungsmittel und eine langfristige Anti-Aging-Strategie sollten für effiziente Nutzung der Ressourcen sorgen. Am Ende stehe „ein perfektes Wesen, das reibungslos funktioniert und dem alles Menschliche fremd geworden ist“.

Die Geschäftsführerin des Fachverbands, Mag. Katharina Koßdorff,meinte, dass wir bei der Information über die moderne Lebensmittelproduktion beginnen müssen. Der Fachverband wird  in den kommenden Monaten verstärkt Aktivitäten setzen, damit die Konsumenten Fakten über die Lebensmittelproduktion erhalten. Das Ideal des perfekten Menschen mit Geboten und Verboten einzuzementieren, bringe wenig, wenn nicht auch der Einzelne Verantwortung übernehme. Es brauche mündige Menschen, die ihren Lebensstil positiv gestalten, erklärt Koßdorff: „Wenn Verbraucher wieder wissen, wie Lebensmittel erzeugt werden, wie sie im Körper wirken und wie sie damit am besten umgehen, können sie sich selbst Gutes tun. Wir werden dieses Wissen anbieten und dazu beitragen, dass Menschen einen gesunden und aktiven Lebensstil wählen. Dabei können sie Qualität, Sicherheit und Genuss österreichischer Lebensmittel erleben.“