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Alle setzen auf gesundes Fast Food

Weckerl, fertige Salate, geschnittenes Obst: Der Lebensmittelhandel setzt immer mehr auf frische Speisen "to go". Ein Trend, der noch stärker werden wird.

Wenn Sarah Jessica Parker zu Mittag anstatt in einem schicken Restaurant im New Yorker Central Park Salat und Sandwiches von Spar enjoy isst - dann handelt es sich freilich um einen Werbespot für den österreichischen Handelskonzern Spar. Der heimische Lebensmittelhändler setzt weiter auf Filmgrößen á la Pierce Brosnan, Gwyneth Paltrow und anderen und hat mit Parker das passende Testimonial für die boomende Convenience-Schiene im Einsatz.

Convenience? Der Begriff steht für fertiges Essen, das sofort verzehrt werden kann, Fast Food quasi, doch hochwertig, frisch - und jedenfalls gesünder als ein Burger oder eine Leberkäsesemmel.

Spar hat mit 20 Produkten begonnen und sein Convenience-Sortiment mittlerweile auf 100 aufgestockt; Salate, belegte Weckerl, Kuchen und geschnittenes Obst gehören dazu.

Auf den Trend sind längst auch andere Handelskonzerne aufgesprungen, wie Alexander Deopito, Geschäftsleiter von Lidl Österreich, der Kleinen Zeitung erklärt: "Das Thema ist noch lange nicht ausgereizt. Es geht weg von der Tiefkühlkost hin zu Frische, es geht um gesunde Ernährung für Single-Haushalte. Es soll gesund sein und schnell gehen. Wir sehen diesen Trend in unseren Umsatzstatistiken."

Öfter zwischendurch
Billa (Rewe) trägt dem Trend unter anderem durch seine Corso-Filialen in Wien, Graz, Salzburg und Klagenfurt Rechnung. Dort gibt es neben Grill, Suppenautomat, Mittagsmenü, Mehlspeisen und "Coffee to go" auch ein Zusatzsortiment mit internationalen Spezialitäten und Weinen. In das Wiener Herrnhuterhaus hat sich Billa Corso außerdem mit Attila Dogudan einen prominenten Gastronom hereingeholt - das ist Convenience im gehobenen Stil. Billa bewegt sich aber auch in seinen normalen Standorten auf dieser Schiene und bietet etwa in 90 Filialen österreichweit "Coffee to go" an.

"Die Menschen essen öfter zwischendurch", erklärt Marlies Gruber, wissenschaftliche Leiterin des "forum.ernährung heute". Das sei mit ein Grund, warum der Anteil an Convenience-Produkten ständig zunehme. Viele Frauen seien berufstätig, die Zahl der Singlehaushalte steige, nennt die Expertin weitere Gründe dafür, warum Fertig- und Halbfertigprodukte so großen Absatz finden. Convenience zähle zu den wichtigsten Ernährungstrends der kommenden zehn Jahre, bestätigt Johannes Mayr, Chef des Marktforschungsinstitutes KeyQuest.

Weiters gehören die regionale Herkunft der Lebensmittel dazu, eine gesunde Ernährung, die Steigerung des Marktanteils von Bioprodukten und die Zunahme von Vegetariern und Veganern. Der Anteil der Vegetarier dürfte sich laut Mayr bis 2024 von 3,5 auf sechs Prozent erhöhen. Wer heute durch die Supermärkte geht, sieht, dass der Lebensmittelhandel auf all diese Trends bereits aufgesprungen ist.

Quelle: kleinezeitung.at (2.7.14)