Zukunft schmeckt!

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Biologisch? Ja, natürlich!

Verpackungsmüll als weltweites Problem erfordert Maßnahmen.

Vor mehr als 20 Jahren hat sich das Verpackungszentrum Graz, ein Familienunternehmen und Verpackungsgroßhandel im Lebensmittelbereich, auf biogene Verpackungen spezialisiert und sucht laufend nach Alternativen zum herkömmlichen Material Kunststoff. Seit mehr als 15 Jahren wird in Forschungs- und Entwicklungsprojekte investiert: Schaumstoffe aus Meeresalgen, Biokunststoffe aus landwirschaftlichen Abfällen und eben auch Verfahren für die Herstellung von reißfesten Netzgeweben aus Naturfasern.

Innovation bedeutet Engagement in der Forschung.
Der Zellulosenetzschlauch des Verpackungszentrums Graz ist ein mehrfach ausgezeichnetes Produkt, das in Zusammenarbeit mit der Lenzing AG und Borkenstein produziert wird: Aus Buchenholz, das aus Ost- und Mitteleuropa und Österreich stammt, wird die Zellulosefaser Lenzing Modal gewonnen. Die Firma Borckenstein wiederum verarbeitet die Faser zu ganz speziellen Garnen, aus denen die Schlauchnetze entstehen.

Seit mehr als einem Jahr sind diese kompostierbaren Netzverpackungen für Obst und Gemüse für die Biomarken der beiden größten Lebensmittelketten Österreichs, REWE und Hofer, erfolgreich im Einsatz und ersparen damit der Umwelt einige Tonnen an Plastikverpackungen jährlich. Sogar im Vergleich mit anderen Naturstoffen punktet die neue Verpackung: Gegenüber Baumwolle und Stärke besteht ein großer Unterschied im ökologischen Fußabdruck hinsichtlich verbrauchter Anbaufläche und Bewässerungsbedarf. Die Verpackung ergibt ein stimmiges Erscheinungsbild von Biolebensmitteln und Verpackung. Der seidige Griff fühlt sich nicht nur gut für die KonsumentInnen an, sondern schützt auch empfindliches Füllgut wie Zucchinis oder dünnhäutige Avocados.

Der nächste Schritt: biologisch färben
Das Forschungsprojekt "Colors of Nature" verbindet altes Pflanzenfärbewissen mit modernen industriellen Prozessen. Partner in diesem Projekt ist das Institut für Textilchemie und Textilphysik der Universität Innsbruck. Es ist gelungen, bei der Färbung der Netzschläuche mit diesem Verfahren eine homogenes Ergebnis zu erzielen. Dabei kamen Zwiebelschalen zum Einsatz, wie sie z.B. bei der Abpackung von Zwiebeln in großen Mengen anfallen. Aber auch mit anderen Pflanzen(resten) wurde und wird experimentiert.

Voller Erfolg für die natürlich gefärbte Bio-Faser:
Die Verpackungsinnovation wurde im Februar 2014 auf der Weltleitmesse für Obst & Gemüse, der Fruit Logistica in Berlin, vorgestellt, und hat damit das internationale Parkett betreten. Das Produkt wurde beim Fruit Logistica Innovation Award mit einer Nominierung ausgezeichnet und in der Sonderschau der Innovationen präsentiert.

Zwei wichtige Preise bekam das Produkt 2014 bereits:
Zum ersten den ÖGUT Umweltpreis in der Kategorie "Zukunftsfähiger Materialeinsatz in der Produktion", dotiert von der von der Coca Cola Company. Und den A´Design Award in Silber: Dieser von Italien aus organisierte Award zählt zu den weltweit größten Design-Wettbewerben: 12.536 Einreichungen aus 208 Ländern hat es für 2013/2014 gegeben. Eine internationale Jury aus DesignerInnen, UnternehmerInnen, Designlehrenden und JournalistInnen hat die Zellulosenetzschläuche mit Silber bewertet. Der Silver A´ Design Award wird an Designs aus dem oberen 5%-Perzentil vergeben, die ein vorbildliches Niveau im Bereich Design erreicht haben.

Weitere Auszeichnungen
2012 wurde das Verpackungszentrum Graz für die Entwicklung des Zellulosenetzschlauches mit dem Umwelttechnologiepreis Daphne in Bronze ausgezeichnet und erhielt das Prädikat „vorbildliche Verpackungslösung“ beim Staatspreis für Verpackung. 2013 folgten der Energy Globe Styria (Gesamtsieger) und eine Nominierung für den Energy Globe Austria sowie der fibrePLUS und der Fast Forward Award 2013. Dazu kam eine Nominierung für den internationalen Materialica Design + Technology Award.

Quelle: cis.at (21.5.14)