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Glasverpackungen aus Steiermark auf Vormarsch

In Gastronomie, Handel und Haushalt gelten Glasgefäße als stilvolle Verpackung. Stölzle will nach Zukauf in Frankreich kräftig mitmischen.

Noch vor zehn Jahren machte die Kunststoff-Branche mit möglichst "glasähnlichen" Gebinden kräftig Druck auf die traditionelle Glasindustrie. Doch der Wind hat sich gedreht, heute ist echtes Glas weltweit bei Verpackungen wieder im Vormarsch. Und zwar immer dann, wenn es um hochwertige Inhalte geht: bei Arzneiwaren sowieso, aber auch bei Parfums und bei Spirituosen, wo der Trend zu immer aufwendiger gestalteten Glas-Kunstwerken geht.

"Als nachhaltiger Werkstoff hat Glas wieder Sex-Appeal", betont der Vorstandschef von Stölzle-Oberglas, Johannes Schick. Er verweist auf Umfragen, wonach 60 Prozent der europäischen Verbraucher Glas als ihre bevorzugte Verpackung bezeichnen. So sind etwa Wasserflaschen in der Gastronomie fast immer aus Glas. Und der Handel, wo es große Plastikflaschen-Anteile gibt, zieht jetzt im hochpreisigen Segment nach. Auch Ketchup oder Senf werden wieder vermehrt im Glas verkauft.
 
Als Argument kann der Umstand dienen, dass Glas in der Herstellung um 30 Prozent weniger Energie und um 70 Prozent weniger CO2 benötigt als Plastik. Für Stölzle-Oberglas geht es darum, im Konzert der großen Konkurrenten St. Gobain (Frankreich), Bormioli (Italien) und Gerresheimer (Deutschland) kräftig mitzumischen. Durch den im Vorjahr vollzogenen Zukauf der Parfumflaschen-Manufaktur im nordfranzösischen Masnières steht das Tor zum Weltmarkt für luxuriöse Top-Parfums plötzlich weit offen.
 
Stölzle mit den Werken in Tschechien und Polen sowie dem Hauptquartier in Köflach (400 Mitarbeiter vor Ort) ist gut gerüstet. Nicht nur wurden im Vorjahr und heuer an die 20 Millionen Euro in zwei Glaswannen in Köflach investiert, sondern auch der Schulungsaufwand fürs Personal ist enorm. Es geht darum, die Industrie am angestammten Platz in der Weststeiermark lebensfähig zu halten und dem Markt zu zeigen, was technologisch im Spitzenglassegment möglich ist.
 
Weltweite Beachtung
Ein Indikator für den Erfolg ist die Whiskyflasche für das Johnnie-Walker-Spitzenprodukt XR: Der achteckige Dekanter, für den eine eigene Glasfarbe erfunden wurde und der komplexe Blas- und Kühlungsschritte erfordert, sorgt in der Branche für Furore. Im Vorjahr gewann er gar den "Worldstar for packaging"-Award.

Quelle: kleinezeitung.at (3.3.14)