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Hornig wagt den Neustart

Noch in diesem Jahr soll es Hornig-Kaffee auch in Kapselform zu kaufen geben - ein kleiner Schritt einer groß angelegten Erneuerung. Nach durchwegs turbulenten Zeiten.

Er war vergangenes Jahr "oft" in Hamburg, sagt Johannes Hornig nach kurzem Nachdenken. Verbittert klingt er nicht, wenn er über Mehrheitseigentümer Darboven spricht. 75 Prozent holte sich der Hamburger Großröster Ende 2011 am steirischen Traditionsbetrieb, kurz darauf wurde Johannes Hornig jun. zum Geschäftsführer bestellt - in vierter Familiengeneration. "Man muss sich abstimmen, klar" - aber verhindert sei noch keine seiner Ideen geworden.

Angetreten war der studierte Betriebswirt Hornig mit dem Wissen, dass im Betrieb "einiges umzustellen ist". Ein Investment von mehr als vier Millionen Euro wurde beschlossen, neben einem neuen Markenauftritt - das Logo wurde überarbeitet, ein reduziertes Design soll für Modernität stehen - wird seit Ende 2013 auch die Firmenzentrale in der Grazer Waagner-Biro-Straße kräftig umgebaut.
 
Knapp 50 Mitarbeiter sind dort angestellt, acht bis zehn Tonnen Kaffee werden pro Tag verarbeitet. Die Betriebsergebnisse der letzten Jahre waren selten berauschend, nach Erfolgen in den 80er- und 90er-Jahren kämpfte der Kaffeeröster mit Anfang des neuen Jahrtausends zunehmend mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten. 2005 wurden alle Eigenfilialen und 600 Gastrokunden an die Pfeiffer-Gruppe abgegeben.
 
Im Moment sieht es wieder besser aus. Die Ertragssituation sei gut, "2013 wird das Ergebnis noch besser werden als 2012" (Johannes Hornig). Schon 2012 war es nach einigen verlustreichen Jahren wieder gelungen, ein positives Ergebnis zu schreiben. Etwas mehr als 13 Millionen Euro werden jährlich umgesetzt - die Hälfte davon im Handel (wo man in Südösterreich hinter Tchibo wieder die Kaffee-Nummer-zwei ist), die andere Hälfte "out of Home". Also etwa in der Gastronomie oder in Krankenhäusern. Im Einzelhandel will man künftig verstärkt auf das Gaspedal steigen und noch in diesem Jahr auf Kapsellösungen setzen. 2011 liefen viele Nespresso-Patente aus, nach einigen verlorenen Rechtsstreitigkeiten musste Nestlé zähneknirschend Platz für vergleichbare Produkte freimachen.
 
In dieses Vakuum will Hornig, versehen mit viel frischem Wind, zumindest teilweise eindringen.

Quelle: kleinezeitung.at (26.2.14)

In vierter Generation leitet Johannes Hornig (28) das Grazer Familienunternehmen