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Trockenei am Vormarsch

Trockeneipulver erobert immer mehr Bereiche der Lebensmittelindustrie. Bis dato mussten es österreichische Betriebe importieren. Die EiVita Austria KG will diese Marktlücke mit einer Investition von neun Millionen Euro schließen.

Zahlreiche Lebensmittelproduzenten verarbeiten heute Eier in Pulverform. Je nachdem, ob es sich um Backwaren, Nudeln, Schaumrollen, Mayonnaise oder andere Produkte handelt, benötigen die Hersteller Trockeneipulver, das entweder nur Dotter oder Eiweiß, oder aber beide Komponenten enthält. „In letzter Zeit steigen immer mehr Bäckereien und Konditoreien auf Ei in Pulverform um“, erklärt Andreas Hütter, dessen Großvater Alois 1966 in der Südoststeiermark mit der Eierproduktion begann. Einige Jahre später gründete dieser die Gnaser Frischeiproduktions GmbH, das Schwesterunternehmen von EiVita.

Das Pulver ist für Bäcker und andere Lebensmitteltechniker leicht zu handhaben, etwa wie Mehl oder Zucker. Außerdem, so Hütter, sei der Umgang damit hygienischer als mit unverarbeiteten Eiern und es sei länger haltbar. „Bisher hat es keinen österreichischen Betrieb gegeben, der dieses Produkt hergestellt hat“, sagt der heutige Geschäftsführer der EiVita Austria KG. „Im vergangenen Jahr haben sich die Gesellschafter somit entschlossen, selbst Trockenei zu produzieren.

Man entschied sich für den Kauf einer Eieraufschlaganlage samt Trockeneipulveranlage, insgesamt wurden rund neun Millionen Euro investiert. Die Betriebserweiterung wurde durch das Investorenservice der Steirischen Wirtschaftsförderung SFG betreut. „Die SFG hat uns in diesem Projekt tatkräftig unterstützt“, erinnert sich Andreas Hütter .

Die Maschinen wurden im April 2013 in Betrieb genommen. „Die Eieraufschlagmaschine öffnet das Ei. Dann gibt es die Möglichkeit, Eiweiß und Dotter zu trennen“, so der Geschäftsführer. Je nachdem, welche Teile weiterverarbeitet werden, stellt die Trockeneianlage Vollei-, Eigelb- oder Eiweißpulver von den Sparten Biofreiland, Freiland und Bodenhaltung her.

Auch die Herkunft der Eier ist ein wichtiges Thema für EiVita-Geschäftsführer Andreas Hütter. Jedes Ei, egal welcher Güteklasse, ist mit dem AMA-Gütesiegel zertifiziert und kann bis zum Herkunftsbetrieb nachverfolgt werden. „Uns ist daran gelegen, in Zukunft auch die Trockenei-Produkte mit dem AMA-Gütesiegel anzubieten“, betont Hütter. Das Prüfverfahren sollte bald zum positiven Abschluss kommen.

Pulver aus dem Ausland, so der Geschäftsführer, würden zum Teil aus Eiern von Käfighennen hergestellt. Im steirischen Unternehmen verwendet man hingegen ausschließlich Eier von österreichischen Vertragslandwirten. „Rund sechszehn Mitarbeiter werden in Zukunft in der Trockeneiproduktion beschäftigt sein“, sagt Andreas Hütter. EiVitaAustria soll pro Jahr rund 120 Millionen Eier zu 1500 Tonnen Trockenei verarbeiten. Damit würde mehr als die Hälfte des österreichischen Bedarfs abgedeckt sein.
Demnächst wird das EiVita-Team Musterpulver an österreichischen Lebensmittelhersteller und Bäckereien ausschicken. „Der Bedarf ist da und die Unternehmen haben Interesse bekundet. Vor allem große Betriebe legen Wert darauf, neue Produkte vorher zu testen“, so Hütter.


Facts

EiVita Austria KG
Burgfried 124, 8342 Gnas
Tel: +43 3151 / 24 87
office@eivita.at
http://www.eivita.at

Die Gnaser Frischeiproduktions GmbH & Co KG wurde 1970 von Alois Hütter sen. mitbegründet. Zur Jahrtausendwende stellte das über die Jahrzehnte gewachsene Unternehmen die eigene Produktion ein. Seither arbeitet Gnaser Frischei mit rund 200 österreichischen Zulieferbetrieben zusammen. 2013 beschäftigt der südoststeirische Betrieb 49 Mitarbeiter. Pro Monat werden rund 24 Millionen Eier sortiert, verpackt und verschickt. Die Gnaser Frischeiproduktions GmbH deckt rund 20 Prozent des österreichischen Eierbedarfes ab. Die Gründung der EiVita Austria KG schuf sechzehn neue Arbeitsplätze. Die notwendige Energie für die Trocknung der Eier wird über erneuerbarer Energie, mit einem zwei Megawatt Hackschnitzelheizwerk gewonnen.